Rotkäppchen oder so

Prolog: ERZÄHLER: Rotkäppchen kennt jeder, aber wie es zu diesem Märchen kam ist unbekannt, die Theorie, die bei den Hühnchenrupferforschern am wahrscheinlichsten gilt, ist diese: Erste Szene Der König und Rotkäppchen stehen im Vordergrund. KÖNIG: Rosmilda,du musst diesen Brief zu einer Rentnerin bringen, sie bekommt von uns ein neues Anwesen im Nachbarreich, dann muss ich mich nicht mehr mit Rentengeldern herumschlagen. Sei in einer halben Stunde zurück. ROTKÄPPCHEN: Gerne, Vater, ich beeil mich. KÖNIG: Und nimm den direkten Weg. ROTKÄPPCHEN: Natürlich, Vater. KÖNIG: Und bild dir unterwegs eine eigene Meinung. Mich kotzt dieses ?Gerne Vater. Natürlich Vater? an. ROTKÄPPCHEN: Liebend gern, Vater Rotkäppchen geht davon in Richtung Wald. Zweite Szene Eine Stunde später wartet der König auf Rotkäppchen. KÖNIG: Herold, hol mir die besten Jäger der Gegend her und nicht diesen Tollpatsch von Jäger den ich eben erst eingestellt habe. HEROLD: Natürlich, Herr.Soll ich den ehemaligen Jäger, den Koch holen, er ist ja einer der Besten. KÖNIG: Nein, er ist bei dem Tollpatsch, der soll nichts davon erfahren, er bringt meine Tochter noch um! Der Herold geht, die Jäger kommen. REDEGEWANDTER JÄGER: Ihr hebt uns rufen lassen, Herr? KÖNIG: Ja. Meine Tochter ist verschwunden. Sie war im Wald. Wer könnte sie entführt haben? Redegewandter Jäger: Sind sie sich sicher, dass sie nicht einfach nur abgehauen ist? KÖNIG: Oh ja, sie wollte den direkten Weg gehen, außerdem hat sie keine eigene Meinung, schon gar nicht die, abzuhauen. REDEGEWANDTER JÄGER: Dann, Herr, hat sie sich entweder im Wald verlaufen,(grinst ironisch) oder der böse Wolf hat sie geholt. KÖNIG: Das muss es sein! Der böse Wolf hat sie entführt! REDEGEWANDTER JÄGER: (guckt entsetzt) Meint ihr das ernst, Herr? KÖNIG: Ich habe noch nie etwas ernster gemeint. Findet den Wolf und sagt mir Bescheid wenn ihr ihn seht. Ich muss noch überlegen, wie ich dann weiter vorgehen werde. Die Jäger gehen Dritte Szene Im Wald sind Jäger und Koch. KOCH: ich weiß nicht ob es gut ist, dass ich dir das zeige, aber sieh jetzt gut hin, wie du das Gewehr zu laden hast. JÄGER: Ja, aber warum bist du eigentlich Koch geworden, ich habe das Gefühl du bist viel lieber Jäger. Der Koch beginnt das Gewehr zu laden. KOCH: Ich wäre schon gerne weiter Jäger, aber der König persönlich hat mich zu sich beordert und dann war ich so perplex, dass ich nicht wiedersprechen konnte und jetzt ist es zu spät. JÄGER: Das ist schlimm. KOCH: Hast du gesehn wie es geht, ich entlade das Gewehr jetzt wieder und du lädst es wieder. JÄGER: Ich werde es versuchen. Der Jäger bastelt am Gewehr herum. KOCH: Ich mach das! Bevor du es zerstörst. JÄGER: Ist wohl besser so. Ein Küchenjunge kommt angerannt. KÜCHENJUNGE: Herr Koch, der Stallwart meint die Schweine müssen gefüttert werden und weil sie bald geschlachtet werden sollt ihr ihnen Futter zubereiten. Außerdem seid ihr sowieso schon im Wald und werdet wohl fünf Minuten für die Schweine opfern können. KOCH: Natürlich mache ich das, ist mal eine etwas andere Auftrag. Besser als die ganzen Abendessen für die reichen Leute. Küchenjunge geht wieder. KOCH: Jetzt testen wir mal, ob du weißt, wie man Essen zubereitet. JÄGER: Natürlich, aber was fressen Schweine? KOCH: Sie sind Allesfresser. JÄGER: Gut ich geh dann mal in die Küche. Jäger geht. KOCH: In die Küche? Will der denen jetzt ein fünf Sterne Menü kochen? Hoffentlich tut er kein Fleisch rein, das können sich noch nicht mal die einfachen Leute leisten, warum sollten die Schweine es bekommen? Jäger kommt zurück mit einem großen Kessel. JÄGER: Boa, ist der schwer. Ist das das Richtige? KOCH: Was hast du da denn alles rein getan? JÄGER: Alles eben, die fressen doch alles. KOCH: Aber doch keinen alten Teller oder Papierreste. JÄGER: Warum denn nicht? Wenn die doch alles fressen. KOCH: Was ist denn das? Die Mütze des Küchenjungen, bist du verrückt geworden? JÄGER: Du hast ja nicht gesagt was ich machen sollte, also hab ich alle in diesen Kessel geworfen,Wasser dazu gegeben und dann aufgekocht. KOCH: Lass es abkühlen und bring es zurück JÄGER: Aber warum denn? KOCH: Es ist nicht das richtige. Ich zeig dir jetzt, wie man das macht. Gib mir mal einen der Töpfe aus dem Kessel. JÄGER: Mach ich. KOCH: Zuerst brauch ich Eichel und andere Nüsse. Koch und Jäger sammeln Eichel auf. KOCH: Jetzt brauch ich Schlamm. Schweine lieben Schlamm. Nur ist hier keiner an der Oberfläche. Es ist am besten du schießt einen Loch in den Boden, das Gewehr ist ja geladen. JÄGER: Klar mach ich, wenn es hilft. Koch versteckt sich hinter einem Baum JÄGER: Warum versteckst du dich? KOCH: Nichts besonderes, du wirst es gleich wissen. JÄGER: Na dann. Der Jäger richtet das Gewehr nach unten und schießt. Der Rückstoß ist so groß, dass er umgerissen wird und der Schlamm spritzt hoch so dass er voll mit Schlamm und Dreck ist JÄGER: Warum hast du nichts von dem Rückstoß gesagt? Du wusstest das doch, du hast dich ja versteckt. KOCH: Ich konnte ja nicht ahnen, dass du nicht weißt, dass es einen starkem Rückstoß beim Schießen gibt. Außerdem dachte ich du würdest nicht direkt vor dir auf den Boden zielen, sondern in einiger Entfernung. Der Koch sammelt etwas Schlamm für die Schweine. KOCH: So jetzt weißt du wie es geht. Nimm diesen Topf als Vorlage und mache den Kessel damit voll sobald du den Inhalt weg gebracht hast. JÄGER: (murrt leise) Ja, ja du weißt immer besser wie es geht. Jäger sieht nach hinten. JÄGER: Warum ma- Jäger läuft gegen einen Baum JÄGER: Mist! Warum machst du das eigentlich nicht? KOCH: Was? Gegen einen Baum laufen? JÄGER: Das auch, aber warum machst du das Schweinefutter nicht selbst? KOCH: Ich bin dein Chef und dir übergeordnet, so lange bis der König, sagt du könnest jagen und ich müsse es dir nicht weiter beibringen. Jäger geht und nimmt den Kessel mit. Jäger kommt mit dem Kessel zurück. JÄGER: Die Magd wollte mir kein Wasser geben. Ein saubere Jäger sei kein echter Jäger, meint sie. KOCH: Stimmt auch, oder hast du mich zu Zeiten als ich Jäger war jemals sauber und gewaschen gesehen? Jetzt, als Koch, muss ich mich ja regelmäßig waschen. JÄGER: Ja, aber ich war Küchenjunge und befördert zum Jäger wurde ich nur weil eine Ziehung mich ausgelost hat. KOCH: Warum wurde ich dann zum Koch befördert? Der König meinte, weil jemand anders befördert worden war. JÄGER: Also ich war es nicht, aber vielleicht der Küchenjunge, der eben hier war, den kenne ich nicht. KOCH: Mach du hier weiter Schweinefutter, ich rede mit dem Jungen. Vierte Szene Der Koch ist mit dem Küchenjungen in der Küche. KOCH: Warum wurdest du zum Küchenjungen befördert? Der Jäger und ich wollen wissen warum wir befördert worden sind und dabei sind wir auf dich gekommen. KÜCHENJUNGE: Ich war Tellerwäscher und dann wurde ich plötzlich zum König beordert und der hat ich dann grundlos befördert, aber ich weiß wer meine Stelle als Tellerwäscher angenommen hat. KOCH: Wer? KÜCHENJUNGE: Der da hinten in der Ecke. Der Koch geht zu den Mann in der Ecke. KOCH: Wer bist du? MANN: Das weißt du nicht? Ich bin Ritter Kurt. KOCH: Und was macht ein Ritter hier als Tellerwäscher? MANN: Ich habe den Mann erstochen, der angeblich wusste wo die entführte Rapunzel gefangen war und der König meinte ich hätte alle Chancen seine Tochter zu finden zerstört. KOCH: Aber Rapunzel ist doch wieder aufgetaucht. Sie war angeblich von einer Hexe in einen Turm eingesperrt worden. MANN: Ja, aber der König meinte, dass ich das nicht wissen konnte und deshalb doch eine Straftat begangen habe. KOCH: Und wegen so einer Kleinigkeit habe ich meinen geliebten Job verloren! MANN: Das tut mir leid. Fünfte Szene Koch und Jäger im Wald und üben den Schwertkampf. JÄGER: Warum kämpfst du denn mit einem Baguette? KOCH: Als Koch darf ich kein Schwert führen, und nur ein Baguette hat die richtige Größe oder soll ich mit einem viel kleineren Küchenmesser kämpfen? JÄGER: Warum kämpfst du dann nicht mit einem Stock? KOCH: Die sind nicht so gerade und bis man einen in der richtigen Größe gefunden hat ist eine Ewigkeit vergangen. JÄGER: Und warum kämpf ich dann nicht auch mit einem Baguette? KOCH: Du musst dich an das Gefühl ein echtes Schwert zu führen gewöhnen, aber es macht keinen Unterschied, dein Schwert ist genauso stumpf, wie mein Baguette. Der Jäger stößt sein Schwert nach vorne, der Koch wehrt ab, aber der Jäger hält das Baguette fest und springt sofort zurück. JÄGER: (kreischt) Aua, aua meine Hand. KOCH: Was soll das denn jetzt? Bist du denn verrückt? JÄGER: (lacht) KOCH: Verarschst du mich jetzt oder was? Du musst das Üben schon ernst nehmen. JÄGER: Aber ich werd wohl ein Baguette anfassen dürfen. KOCH: Noch bin ich höher gestellt als du. JÄGER: Aber ich bin der Jäger, ich muss wissen was ich anfassen kann. KOCH: Was machst du denn im Ernstfall? Einfach den Gegner in Grund und Boden lachen? JÄGER: (wieder ernst) Geht das denn? Wenn ja, warum üben wir das hier denn? KOCH: Nein, es geht nicht. Sechste Szene Der König sitzt im Vordergrund. Der Jäger steht versteckt hinter einer Säule Die Jäger aus dem Dorf kommen. REDEGEWANDTER JÄGER: Wir haben den bösen Wolf gefunden. Er schleicht am Dorfrand herum. Was sollen wir jetzt tun? KÖNIG: Ich muss den Wolf lebend haben! Nur er weiß wo meine Tochter hat, womöglich hat er sie im Bauch. REDEGEWANDTER JÄGER: Wie sollen wir das anstellen, Herr? KÖNIG: Bin ich hier der Jäger oder ihr? Bringt ihn nur lebend hierher. REDEGEWANDTER JÄGER: Sollen wir ihm eine Falle stellen? KÖNIG: Was weiß ich? Bringt ihn mir endlich. REDEGEWANDTER JÄGER: Aber es kann dauern, so eine Falle brauch ihre Zeit. KÖNIG: Wenn meine Tochter nicht mehr lebt, wenn ihr den Wolf habt, lebt ihr auch nicht mehr lange. Jäger gehen schnell davon. Siebte Zehne Jäger und Koch stehen im Vordergrund. JÄGER: Ich weiß, wie mich der König endlich ernst nehmen wird und du mich los wirst. KOCH: Wie bescheuert ist es? JÄGER: Gar nicht. Wir müssen nur den bösen Wolf am Dorfrand aufsuchen und zum König bringen. KOCH: Bösen Wolf! So was gibt es doch gar nicht. JÄGER: Aber nur so kann ich den König von meinen Qualitäten überzeugen. KOCH: Wenn du meinst, dann hol deine Ausrüstung. JÄGER: Es gibt nur ein kleines Problem. KOCH: Es ist garantiert unlösbar, so wie du das sagst. JÄGER: Nein! Wir müssen den Wolf nur lebend fangen. KOCH: Wir? Du! Ich werde nur zusehen. JÄGER: Immerhin. Und du musst das Gewehr laden. KOCH: Ich dachte du sollst ihn lebend zum König bringen? Da fällt mir ein. Woher weißt du das eigentlich? JÄGER: Man weiß nie was passiert. KOCH: Und woher weißt du das jetzt? JÄGER: Ich war beim König. KOCH: Was hast du denn da gemacht? JÄGER: Also das war so: Ich habe gesehen, wie die Jäger in das Schloss gegangen sind und meine Chance gesehen mich dem König als Jäger zu beweisen. Also habe ich Geheimgänge in den Thronsaal genommen und hinter einer Säule zugehört, was die Jäger gesagt haben. KOCH: Das ist gefährlich, wenn der König dich erwischt hätte… JÄGER: Hat er aber nicht. Achte Szene Jäger und Koch stehen am Dorfrand, der böse Wolf ist in der Nähe. JÄGER: Ich krieg das verdammte Gewehr nicht geladen. KOCH: Ich hab es dir schon gezeigt warum brauchst du das eigentlich? JÄGER: Ich hab´s! Ich wollte einen Warnschuss abgeben. KOCH: Einen Warnschuss bist du verrückt? JÄGER: Das fragst du mich aber ganz schön oft. Ich bin nicht verrückt. KOCH: Warum willst du einen Warnschuss abgeben? Der ?böse? Wolf läuft doch dann weg. JÄGER: Aber er muss doch gewarnt werden, dann hat er Angst, dass ich auf ihn schieße und bleibt stehen. KOCH: Das ist aber kein Mensch, der läuft dann weg. Außerdem bist du kein Polizist sondern Jäger. JÄGER: Aber wenn er uns verraten kann wo Rotkäppchen ist, kann er auch klar denken. KOCH: (flüstert für sich) Wenn er meint dann bekomm ich vielleicht meinen Job zurück, weil er als Jäger nicht geeignet ist oder so was. JÄGER: Hast du was gesagt? Koch: Nein, nichts wichtiges. JÄGER: Na dann. Der Jäger schießt. BÖSER WOLF: Was- aaahh. JÄGER: Oh, Nein! Ich hab ihn getroffen! KOCH: Was ist passiert? JÄGER: Ich hab auf den Boden vor ihn gezielt, aber ich hab wohl zu früh hochgezogen. KOCH: Bei einem Warnschuss zielt man doch in die Luft. JÄGER: Das hast du mir nie beigebracht. KOCH: Weil man beim jagen keine Warnschüsse seufzt. Außerdem weiß man das doch. JÄGER: Oh. Koch: Du hast den Wolf jetzt getötet, aber der sollte doch am Leben bleiben. Was wirst du jetzt tun? JÄGER: Gar nichts, ich verschwinde jetzt schnell hier. Neunte Szene Die Jäger des Dorfes tauchen am toten Wolf auf. REDEGEWANDTER JÄGER: Was ist passiert? Der Wolf ist tot. Wer war das? Anderer Jäger: Dort hinten am Waldrand ist ein Jäger mit Gewehr und… ein Koch. REDEGEWANDTER JÄGER: Das muss der Jäger des Königs sein, der wird noch ausgebildet von einem Koch. Wir müssen den König melden, dass er den Wolf getötet hat. ANDERER JÄGER: Oh ja, sonst denkt der, wir hätten ihn getötet. REDEGEWANDTER JÄGER: Schnell lass und gehen. Zehnte Szene Koch und Jäger am Waldrand. KOCH: Du kannst doch nicht einfach abhauen JÄGER: Doch. KOCH: Man wird dich suchen und verfolgen. JÄGER: Weiß doch niemand, dass ich es war. KOCH: Hast du die Jäger da hinten beim Wolf eben nicht gesehen? JÄGER: Nein, da sind nur plötzlich grüne Hügel aufgetaucht. KOCH: Als Jäger musst du andere Jäger auch erkennen können. JÄGER: Das hast du mir nie beigebracht. KOCH: Bin ich ausgebildeter Lehrer? Nein, ich bin ausgebildeter Jäger. JÄGER: Egel, ich muss abhauen. KOCH: Wir müssen abhauen meinst du. JÄGER: Warum wir? KOCH: Die haben mich auch gesehen und denken jetzt ich hätte dir geholfen. Ich hau jetzt ab. JÄGER: Ich komm mit. KOCH: Nein. Wir müssen uns trennen. JÄGER: Warum denn? KOCH: So fallen wir nicht so auf und hinterlassen nicht so viele Spuren. JÄGER: Ach so, also ich geh in die Richtung und du in die. Jäger und Koch trennen sich. Elfte Szene Die Jäger sind wieder beim König. REDEGEWANDTER JÄGER: Der Wolf ist tot. KÖNIG: Ich habe verboten ihn zu töten, jetzt werdet ihr bestraft. REDEGEWANDTER JÄGER: Aber wir waren das nicht. KÖNIG: Wer dann? REDEGEWANDTER JÄGER: Wir haben ihre Jäger und den Koch am Waldrand gesehen. KÖNIG: Wie haben die von dem Wolf erfahren? REDEGEWANDTER JÄGER: Ich weiß es nicht, aber sie waren dort. KÖNIG: Bringt den Jäger zu mir. REDEGEWANDTER JÄGER: Den Koch auch? KÖNIG: Nein, er ist ein guter Mann, der kann nichts dafür, dass der Jäger so blöd ist. REDEGEWANDTER JÄGER: Dann machen wir uns mal auf die Suche, kommt Männer. Zwölfte Szene Jäger alleine im Wald. JÄGER: Was mach ich nur, ohne den Koch bin ich den wilden Tieren schutzlos ausgeliefert. Ich kann noch nicht einmal das Gewehr alleine Laden, geschweige denn damit auf wilde Tiere schießen und das alles nur wegen eines blöden Ritters. Ein Knacken im Unterholz. JÄGER: Was war das? Bitte ich möchte nicht sterben. Ich bin noch zu jung und schön und schlau dazu. Die Jäger tauchen aus dem dichten Wald auf. REDEGEWANDTER JÄGER: Wenn du schlau wärest hättest du nie auf den Wolf geschossen und wärst jetzt nicht hier. JÄGER: Ich wollte nur allen beweisen, dass ich auch was kann, aber ich kann ger nichts! REDEGEWANDTER JÄGER: Das haben wir alle bemerkt, aber wir müssen dich jetzt mitnehmen zu König, dort wirst du deine Strafe bekommen, ob sie gerecht sein wird weiß ich nicht, denn der König ist sehr aufgebracht, wegen seiner Tochter, außerdem müsse man bei einem Volltrottel wie dir strafmildernde Umstände haben. JÄGER: So schlimm bin ich auch wieder nicht, ich bin nur nicht zu Jäger geboren. REDEGEWANDTER JÄGER: Komm jetzt oder sollen wir dich fesseln? JÄGER: Nein, ich komm ja schon. Alle Jäger gehen weg. Dreizehnte Szene Koch alleine im Wald KOCH: (flüstert) Irgendwie unheimlich so alleine ohne Waffe im Wald. Knacken in der Nähe, Koch geht zum Wegrand, bleibt aber versteckt. KOCH: (flüstert) Da ist ja der Jäger und die Jäger aus dem Dorf. Die haben ihn. Aber er ist nicht gefesselt, hoffentlich weiß er, dass sie schießen werden sobald er versucht zu fliehen. Vierzehnte Szene Der König redet mit dem Jäger, die Jäger aus dem Dorf stehen im Hintergrund. KÖNIG: Du hast den Wolf getötet, was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen? JÄGER: Es war ein Versehen und- KÖNIG: Genug! Du hast versucht meine Tochter umzubringen. JÄGER: Nein! Ich- KÖNIG: Du hast einfach in den Bauch des Wolfes geschossen, obwohl meine geliebte Rosmilda darin hätte sein können. Gott sei dank war sie es nicht wir haben den Wolf aufgeschnitten. JÄGER: Ja also dann- KÖNIG: Ich rufe die Jäger aus dem Dorf in den Zeugenstand. Die Jäger kommen in den Vordergrund. REDEGEWANDTER JÄGER: Ja, mein Herr. KÖNIG: Was habt ihr gesehen? REDEGEWANDTER JÄGER: Wir wollten den Wolf eine Falle stellen und dann haben wir einen Schuss gehört und sind schnell zum Dorfrand gegangen. Von dort haben wir den Jäger am Waldrand gesehen. JÄGER: Aber der Koch war doch auch da! KÖNIG: Aber der würde niemals gegen Regeln verstoßen und ein Gewehr in die Hand nehmen, also kann er es nicht gewesen sein. JÄGER: Ich wollte doch nur auf den Boden vor den Wolf schießen. REDEGEWANDTER JÄGER: Da erkennt man wie blöde er ist, so etwas riskantes macht auch kein erfahrender Jäger, normalerweise schießt man entweder direkt an oder gar nicht. KÖNIG: Da stellt sich die Frage: Warum hast du überhaupt geschossen? JÄGER: Ich dacht der Wolf hätte dann zu große Angst weg zu rennen und getroffen zu werden und würde stehen bleiben. Bei den Polizisten klappt das auch immer. KÖNIG: Das meinst du nicht ernst oder? JÄGER: Doch, sonst hätte ich nie geschossen. Ich wollte sie doch nur beeindrucken und ihre Tochter retten. KÖNIG: Wenn das so sein sollte ist das ganz schön daneben gegangen. Ist auch egal. Ich habe mir bereits eine schöne Strafe ausgedacht. Es ist auch nicht mal so hart wie es für versuchten Mord sein müsste. JÄGER: Versuchten Mord!? KÖNIG: Du wirst eine Woche ohne Wasser und Brot im Kerker verbringen und danach wirst du zum Hofnarren degradiert. JÄGER: Was bekomme ich denn statt Wasser und Brot? KÖNIG: Nichts! JÄGER: Und was wenn ich verhungere? KÖNIG: Das ist nicht mein Problem. JÄGER: Warum eigentlich versuchter Mord? REDEGEWANDTER JÄGER: Kannst du nicht denken? Noch mal ganz langsam: Rootkäappchen hätte in deem Baaauuuch seeeiiin Kööönneen uuund wooher soollte deeer Kööönig wiiissen, daaaass duuu niicht seeiine Toochter töööten wooolltest? JÄGER: Das ist fies. REDEGEWANDTER JÄGER: Was? JÄGER: Du. REDEGEWANDTER JÄGER: Warum ich? JÄGER: Das weißt du genau. In dem Moment kommen die Wachen um den Jäger in das Verlies zu bringen. Fünfzehnte Szene Der Koch geht durch den Wald zu einer Lichtung dort sitzt das verstörrte Rotkäppchen. KOCH: Prinzessin Rosmilda! Was machen sie denn hier? ROTKÄPPCHEN: Nenn mich Rotkäppchen, Rosmilda ist scheußlich. KOCH: Natürlich Prinzessin, also was machen sie hier? ROTKÄPPCHEN: Ich denke nach wie ich nach Hause komme. Zum Haus der alten Dame habe ich gefunden, aber zurück ist viel schwerer. Und wen treffe ich? Einen Koch, der vermutlich noch nie länger im Wald war und sich auch verirrt hat. KOCH: Nicht so voreilig nur weil ich wie ein Koch aussehe heißt das nicht das ich mit Leib und Seele einer bin. ROTKÄPPCHEN: Was denn dann? Indiana Jones? KOCH: Nein, Jäger und ich kenn mich hier aus. ROTKÄPPCHEN: Und wie wird ein Jäger zu Koch? KOCH: Dummer Zufall. ROTKÄPPCHEN: Was soll ich nur meinen Vater erzählen? Er macht sich bestimmt furchtbare Sorgen und ich bin nicht so gut im Geschichten erfinden, wie Rapunzel, nachdem sie sich von ihrem Liebhaber, mit dem sie abgehauen war, getrennt hatte und wieder nach- Warum erzähl ich das eigentlich? Bitte erzähl es nicht Vater weiter. KOCH: Natürlich nicht. ROTKÄPPCHEN: Hat er sich denn Sorgen gemacht? KOCH: Und wie! Er hat den Jäger verhaften lassen, weil er den Wolf erschossen hat, der Sie angeblich entführt oder gefressen hatte. ROTKÄPPCHEN: Das ist die Idee! KOCH: Sie wollen Ihren Vater ein Märchen erzählen? ROTKÄPPCHEN: Bitte sag Du zu mir. Ja will ich. KOCH: Etwa vom bösen Wolf? ROTKÄPPCHEN: Ja, ich werde ihm erzählen, ich sei vom Weg abgelenkt worden und als ich dann bei der alten Frau ankam wurde ich herein gerufen und in dem Bett lag etwas mit großen Augen, Ohren und Maul. Es war der Wolf. Er hat mich gefressen und dann kamst du und hast den Wolf mit einem Küchenmesser überwältigt und den Bauch aufgeschnitten, dann bin ich mit der alten Dame da raus und du hast mich nach Hause gebracht. KOCH: Wenn es sein muss. Epilog ERZÄHLER: Kein Happy End? Doch! Der Jäger mit seinem Unglück kommt gut mit seinem Job als Hofnarr zurecht und ist der beste überhaupt und der Koch darf wieder Jäger sein. Der Ritter strebt eine steile Karriere an und will vom Tellerwäscher zu Hühnchenrupfer kommen.

(bisher nicht bewertet)
Loading...

Werbung

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darĂĽber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.